Rassenstandard Texel

Texel (TEX), Rasse 11

 

Mittelgrosses Fleischschaf, frühreif, fruchtbar und mit guten Muttereigenschaften,

widerstandsfähig. Starke Bemuskelung des ganzen Körpers. Starkes, trockenes und korrektes Fundament.

Bewollte und unbewollte Körperteile weiss, Nase und Lippen pigmentiert, vereinzelt Pigmentflecken an den Ohren. Kopf und Gliedmassen unbewollt, aber mit weissem Haar bedeckt. Kräftige, mittellange Stehohren. Vlies (Wolle) weiss.

 

Rassenentstehung: 

Das Texel-Schaf stammt von der niederländischen Insel Texel. Aus widerstandsfähigen Landschafen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts, durch Einkreuzung englischer Fleischschafrassen, das Texel-Schaf gezüchtet. Ab 1999 wurden Herdebuchtiere reinrassig in die Schweiz eingeführt, hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich, wenige aus Luxemburg und Holland.

 

Herdebuchbestand:

wird seit 2008 im Herdebuch geführt.

 

Zuchtziel:

  • Widerstandskraft, Gesundheit, frei von Erbfehlern und gutes Anpassungsvermögen
  • Langlebigkeit mit hohem Aufzuchtvermögen
  • durchschnittliche Produktionsdauer: 5 Jahre
  • Fähigkeit hoher Raufutteraufnahme und optimale -verwertung
  • Qualitätslamm (milchzahnig) bis 42 kg LG, beste Schlachtkörperqualität (sehr vollfleischig, C und H, Fettgewebe 3*), sehr gute Fleischleistung bei Weidemast, Schlachtausbeute 48–52%. (*nach CH-Tax-System)

 

Ablammung:

Saisonal, in der Regel einmaliges Ablammen pro Jahr (Dezember–Mai); erstmals

mit 12 bis 14 Monaten.

 

Fruchtbarkeit:

  • Ø 1,7 Lämmer pro Muttertier und Jahr;
  • Mutterschaf bis 3-jährig: mind. 4 lebend geborene Lämmer, Leistungszeichen: *
  • Mutterschaf 4. und 5. Jahr: mind. 4 lebend geborene Lämmer, Leistungszeichen: *

 

Standard/Gesamterscheinung

1. Typ (Format)

Körper harmonisch, sehr vollfleischig und voll bemuskelt, mit gutem Wuchs,

ausgeprägte Geschlechtsmerkmale; gesundes Euter; Kopf und Gliedmassen

unbewollt, aber mit kurzen Haaren bedeckt; Schwanz darf nur nach Eidg.

Tierschutzverordnung kupiert sein.

 

Mindestmasse für ausgewachsene Tiere:

Widerristhöhe: ♂ 65 cm ♀ 60 cm

Gewicht: ♂ 90 kg ♀ 65 kg

 

Kopf und Hals:

Kopf unbewollt, mit kräftigen, mittellangen Stehohren und flacher Stirn;

Hornansatz möglich. Zahnstellung auf oder anliegend; gut bemuskelter Hals.

 

Brust, Widerrist, Rücken:

Brust breit und tief mit guter Rippenwölbung und guter Flankentiefe; Schulter

gut geschlossen. Widerrist breit; gerade obere Linie, Rücken breit und mittellang;

Lende breit; Becken mittellang und breit; ausgeprägte Aussen- und Innenkeule.

 

2. Fundament

Gliedmassen, Stellung und Gang:

Gliedmassen kräftig, gut gestellt; Fesseln mittellang, leicht federnd, gut getragen; gesunde Klauen, leicht gespreizt; korrekter Stand und Gang.

 

3. Wolle

Ganzer Körper von der Ohren-Nacken-Linie bis knapp über das Sprunggelenk und 10 cm über dem Knie gleichmässig bewollt. Vlies weiss, ausgeglichen, mit geschlossenem Stapel. Vlies frei von Zwirn. Grannenhaare, andersfarbige Wollhaare, Tupfen und kleine Flecken sowie Stichelhaare werden toleriert.

Feinheit: F 3 Stapellänge in 180 Tagen mind. 4,0 cm.

Mindeststapellänge für Exterieurbeurteilung: 2,0 cm.

 

Schönheitsfehler:

  • zusammenhängende schwarze Pigmentflecken an den Ohren ab 18 Monaten
  • ungepflegte Tiere

 

Ausschlussgründe (Note 1):

1. Beurteilung oder bis 18 Monate:

Angeborene:

Typ:

  • einhodig
  • Zwergwuchs
  • ungleiche Kieferlänge, Zahnstellung
  • ausgeprägtes Horn
  • grosse Pigmentflecken an den Beinen, am Kopf und den Ohren

Fundament:

  • durchgetretene Fesseln, extreme Fehlstellung

Wolle:

  • grosse Flecken im Vlies bis 18 Monate
  • Zwirn

Erworbene:

  • Schwanz nicht nach Eidg. Tierschutzverordnung kupiert
  • Zwirn

Rassenspezifische:

  • Kopf und Beine bewollt
  • mangelhafte Bemuskelung (leerfleischig)

 

Nicht beurteilen:

  • Schafe ohne Ohrmarke
  • Zusätzlich für interkantonale Ausstellungsmärkte und zentrale Schauen:
    Tiere mit Krankheiten und Verletzungen wie:
    – Klauenfäule
    – Lippengrind
    – Gemsblindheit
    – Euterkrankheiten und -verletzungen
    – Einstrich
    – stark abgemagerte Tiere
    – stark verschmutzte Tiere (Klunkern)
    – mangelhafte Klauenpflege